Von Tadoussac ins Landesinnere – auf der Spur der Belugas
Wir wissen jetzt also, wo die besten Stellen zur Ausschau nach Belugawalen sind — also machten wir uns auf den Weg Richtung Saguenay. Vom St. Lorenz Strom schnitt sich ein tiefer Fjord fast 100 km ins Landesinnere. Auf einer wunderschönen Küstenstraße fuhren wir von Tadoussac hinein, das Fjord hoch, zwischen steilen Hängen, dunkelgrünem Wald und leuchtenden Farbtupfern des Herbstes. Schon die Fahrt ist spektakulär genug, die steilen Wände des der Saguenay-Fjords ragen oft 300 bis 350 Meter hoch aus dem Tal empor. Er ist durch Gletscher in vergangener Eiszeit modelliert worden. Und immer wieder Indian Summer Postkartenmotive, dabei hatten wir kaum einen Blick für die Farbenpracht – wir wollten Wale sehen.
Am allerersten Beobachtungspunkt geschah es: Nach kaum 15 Minuten sahen wir von Uferseite aus in sicherer Entfernung eine Gruppe von Belugas ihre Bahnen ziehen. Weiß schimmernde im Sonnenlicht glitzernde Rückenfragmente, kleine Wasserfontänen beim Atmen. Ein magischer Moment.
Doch das Highlight kam noch: Bei einer Wanderung zum Observationsdeck des Saguenay-Fjord-Nationalparks tauchten die Belugas plötzlich in größerer Zahl auf — sie schwammen, tauchten, ruhten fast in der Nähe des Ufers, oft nahe genug, dass wir sie beobachten konnten.
Diese weißen Wale sind die wohl berühmtesten Bewohner des St.-Lorenz- und Saguenay-Gebiets. Ein ausgewachsener Beluga wird etwa drei bis viereinhalb Meter lang und kann bis zu anderthalb Tonnen wiegen. Sie haben keine Rückenflosse, sondern einen sanften Rückenbuckel – eine Anpassung, die ihnen das Schwimmen unter Eis oder in flachen Gewässern erleichtert. Belugas leben meist in Gruppen, sogenannten „Pods“, sind sehr kommunikativ und können bis zu 60 Jahre alt werden.



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