Sonntag, 14. September 2025

New Germany - ein Stück Deutschland in Kanada

Tag 2: Von Halifax nach Lunenburg & zurück über die Leuchtturmroute – mit Meer, Geschichte und (fast) Indian Summer

Wir starten den Morgen in Halifax mit einem kleinen Jogging-Lauf durch die noch ruhigen Straßen, Meeresluft in der Nase und Kaffee in Aussicht. Unser Frühstück ist die reine Improvisation. Unterwegs haben wir noch etwas Lebensmittel gekauft. Im doch recht engen Hotelzimmer will uns aber ein richtiges entspanntes Frühstück nicht gelingen. 

Dann schnappen wir unseren Mietwagen und machen uns auf nach Lunenburg (ja, nicht zu verwechseln mit Lüneburg!), ein „Katzensprung“ entlang der Küste. Nova Scotia hat auch eine reiche deutsche Einwandertradition. Lunenburg wurde 1753 gegründet, und zwar von sogenannten „Foreign Protestants“ – hauptsächlich aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich.



















Lunenburg heute sind vor allen bunte Häuser und Touristen. Der Ort wirkt wie ein Postkartenmotiv: knallbunte Holzhäuser, enge Gassen, ein Hafen, in dem noch wirklich Schiffe liegen und nicht nur Fotolieblinge, und ziemlich viele Touristen jenseits der 70, die wahrscheinlich per Bus von Kreuzfahrtschiffen in Halifax eingeschifft wurden. Aber das stört nicht – das macht eher den Charme dieses Weltkulturerbeortes aus. Man schlendert, schaut, riecht frischen Fisch, hört Möwen, und denkt: Hier hat man Zeit zum Altwerden.

Nach einer Weile in Lunenburg sind wir doch weitergefahren zum „Oven Park“  etwa 15 km entfernt. Dort gibt’s direkt an der Küste einen pitoresken Weg entlang der Steilküste, mit schönen Aussichten auf versteckte Buchten – jede Bucht mit eigenem Charakter: mal ruhig, mal dramatisch, mit Felsen, Wasserrauschen, und dem ständigen Wechsel von Licht und Schatten. Bei der Wanderung von ca. 2 km faszinierte mich besonders eine Sage, die im Wanderführer beschrieben wird, wonach ein Eingeborener durch eine „Indianer Grotte“ unterirdisch quer durch Nova Scotia auf seinen Kanu gepaddelt sein soll. Und Gold gibt es dort auch noch zu finden. Gleich mehrere verwegene Nuggetjäger versuchten sich mit Spaten und Pfanne.



Auf dem Rückweg nach Halifax nehmen wir die Leuchtturmroute. AUf unseren Weg zurück nach Halifax liegen noch zwei Haltepunkte.









  • Absturzstelle des Swissair-Fluges 111 (2. September 1998): Ein bewegender Ort. Man sieht am Memorial, wie sehr Natur und Erinnern zusammenkommen – das Meer, die Küste, die Stille, und man fühlt: Das hier ist nicht bloß Kulisse, sondern Teil von Menschenleben, von Verlust und Gedenken.





























  • Peggy’s Cove – der meistfotografierte Leuchtturm der Welt: Wir hatten Glück. Beim Eintreffen war die Menschenmenge schon weitgehend weggefallen, die Busladungen weg, das Licht war weich. Perfekt für Fotos. Kein Gedränge, keine Selfie-Sticks, die einem das Bild ruinieren – stattdessen Salzluft, Wellen, die Felsen, und dieser wird-hier-gleich-ein-Bildmoment.





































So ließen wir den Tag mit einem entspannten Fototermin ausklingen, zufrieden, ein bisschen müde, aber voller Eindrücke.


Wir starten unseren Kanadaurlaub dieses mal ja Anfang September – und jeden Tag erwarten wir heimlich, dass das Laub sich verfärbt. Wegen dem Indian Summer sind wir ja eigentlich hier.

Aber: Nichts. Stattdessen noch viel Grün, hie und da ein Blatt, das schon bräunelt, aber nichts Dramatisches. Unterwegs haben wir schon Leute gefragt, wo der Indian Summer in diesen Jahr bleibt.

Man meint, wir sind einfach zu früh dran. Anfang September - das geht garnicht. Mir scheint, es ist eine Gratwanderung zwischen schönen Sonnenwetter und Laubverfärbung. Beides geht halt nicht. Aber noch ist mir gerade das schöne Wetter lieber als rote Blätter. Aber irgendwann in den nächsten 4 Wochen sollte es doch losgehen!


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